Gestern beschloß ich, mich mal wieder an einer antifaschistischen Kundgebung zu beteiligen. Anlass war ein Aufmarsch von „besorgten Bürgern“ welche gegen den geplanten Bau einer Moschee in ihrer deutschen Vorgarten Idylle protestieren wollten. Woran sich die diese Deutschen überhaupt nicht stören ist, dass in ihren Reihen organisierte Neonazis aus diversen Kameradschaften und von der NPD mitmarschieren. Anstatt sich eindeutig von den Nazis zu distanzieren, scheinen sie als willkommene Unterstützer und Mitmarschierer gern aufgenommen zu werden.

Gestern zog also diese bunte Coleur von Heinersdorfer Bürgern und Neonazis Hand in Hand durch Heinersdorf. Der Aufmarsch von etwa 1000 Personen wurde von einem massiven Polizeiaufgebot beschützt. Gleich zu Beginn wurden en masse Deutschlandfahnen geschwenkt dazu Leuchtstäbchen. Das ganze erinnerte doch sehr an einen Fackelumzug, nur dass eben keine Fackeln sondern Leuchtstäbchen und Deutschlandfahnen geschwenkt wurden. Am Rande der Demo trieben sich eine Menge Anti-Antifa-Fotografen rum. Diesmal lässt sich nicht genau ausmachen, ob sie da waren um Gegner abzuknipsen oder um Erinnerungsfotos der gelungenen gemeinsamen Demo für die „besorgten Bürger“ zu schießen. Wahrscheinlcih beides…

Am S-Bhf Pankow hatten sich immerhin einige wenige unerschrockene versammelt, die ihren Protest gegen den latenten Rassismus der Heinersdorfer und ihr punktuelles Bündnis mit den Nazis zum Ausdruck zu bringen.

Als Zeugnis der Heinersdorfer Zustände sei hier mal folgende Spiegel-TV-Reportage empfohlen:

Selten ist die Parole, der Rassismus entspringe der Mitte der Gesellschaft, für mich so greifbar gewesen wie gestern Abend in Heinersdorf. Solange soetwas in Deutschland möglich ist, muss es weiterhin heißen: Kampf den deutschen Zuständen!