Ein Erlebnis in den letzten Tagen gibt mir zu denken. Da sollten wir – als politische HipHop-Crew – auf einer Schülerdemo in Berlin auftreten. Sowas machen wir ja auch gerne, einerseits weil es was für die Bewegung bringt, andererseits auch weil es den Namen bekannter macht. Also eigentlich klarer Fall – dachte ich zumindest…

Jetzt bekomme ich gestern eine Email in der mir mitgeteilt wird, dass die Schüler dann doch lieber auf Hip Hop verzichten wollen und stattdessen lieber schrammlige Schülerbands mit Namen wie „Süffig“ auftreten lassen wollen. Was denken sich denn diese Klassensprecher-Aktivisten? Ham die kein Gespür dafür, dass man den Kids die auf so eine Demo gehn wenigsten ein paar musikalische und ästhtische Mindeststandards bieten muss? Statt anspruchsvollem Hip Hop wird es Mittwoch also Ska-Punk à la „Süffig“ geben.

Hier ein Video, das einen Vorgeschmack auf die Qualitäten dieser Schülerbands gibt. Schlachtrufe BRD für Arme:

Es wäre aber zu einfach, würde der geschulte Leser jetzt denken, dass es sich hier um eine individuelle ästhetische Fehlleistung eines einzelnen Zehlendorfer Schülersprechers handeln. Viel mehr liegt das daran, dass viele Jugendlich ihr „Linkssein“ über Subkultur definieren. Da haben Jahrzehnte Hausbesetzerkultur ihr Vernichtungswerk vollbracht! Anstatt sich an der musikalischen Avantgarde zu orientieren, wie es linke Musiker wie Weill und Eisler in den 20ern taten, bleiben die heutigen Linken mit Vorliebe 20 Jahre dahinter zurück. Ska-Punk jedenfalls hat seinen Zenith schon lange überschritten. Wenn die Linke also wirklich ernsthaft versuchen sollte, mal wieder aus Elfenbeinturm, Schneckenhaus oder Hausprojekt rauszukommen, dann sollte sie sich als erstes ihres unsäglichen Musikgeschmacks entledigen!

Wo bleibt hier die Pop-Antifa um in solche Irrwege zu intervernieren? Smash Skapunk, fight schlechten Geschmack!